Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit stehen im Zentrum


Ziel des Forschungsprojektes SmartSenior ist es, älteren Menschen mit Hilfe von technologischen Innovationen ein möglichst langes und selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Intelligente Systeme sollen sie unterstützen, ihre Lebensqualität aus ökonomischer, gesundheitlicher und sozialer Sicht möglichst lange zu erhalten. In dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt arbeiteten 28 Partner gemeinsam an der Realisierung dieses Zieles; dazu zählen Großunternehmen und Forschungsinstitute sowie kleine und mittelständische Betriebe.  

Multimedia-Trainingsplattform

Gemeinsam mit Partnern entwickelte Fraunhofer FOKUS im Rahmen von SmartSenior eine multimediale Trainingsumgebung, die multimodal (z. B. per Sprache oder Fernbedienung) gesteuert werden kann. Sie soll für die Schlaganfallrehabilitation und Sturzprophylaxe eine möglichst optimal  integrierte Versorgung im eigenen Wohnumfeld gewährleisten. Die Bewegungen werden dafür mit körpernaher Sensorik und einer 3D-Kamera erfasst, in der Trainingsumgebung aggregiert, und an Ärzte und Therapeuten weitergeleitet, die dem Patienten dann Feedback über einen Bildschirm geben. Fraunhofer FOKUS entwickelte dafür Lösungen, wie die heterogenen Sensordaten in Echtzeit fusioniert und für ein audiovisuelles Feedback verarbeitet werden können.

Zuverlässige und sichere Datenübertragung

Die sensiblen medizinischen Daten, die dabei kommuniziert werden, unterliegen dem Datenschutz. Gemeinsam mit Partnern entwickelte Fraunhofer FOKUS eine Sicherheitsinfrastruktur, die die Rollen und Zugangsberechtigungen über die reine Verschlüsselung der Daten hinaus umsetzt. Sie definiert sowohl die Kommunikation zwischen Sensoren und Geräten als auch zwischen Personen und Anwendungen, damit die Privatsphäre der Nutzer gewahrt bleibt und nachvollziehbar ist, welche Daten gespeichert und an wen übermittelt werden. Fraunhofer FOKUS beteiligt sich außerdem an der Definition und Umsetzung der Gesamtarchitektur,speziell der Softwarearchitektur für mobile Endgeräte. Fraunhofer FOKUS baute dafür eine Testumgebung auf, um die Zuverlässigkeit der SmartSenior-Dienste zu validieren. In der Testumgebung wurden Konformitäts- und Integrationstests gegenüber zentralen Standards, wie zum Beispiel ISO 11073, durchgeführt, die Sensordaten auf ihre Korrektheit überprüfen.

Dienste-Plattform für den TV

Darüber hinaus entwickelte Fraunhofer FOKUS gemeinsam mit Partnern ein Serviceportal, das auf einem Webserver basiert, jedoch auf einem Fernsehgerät gezeigt und einfach über eine marktübliche Fernbedienung gesteuert werden kann. Das Portal bietet Senioren unterschiedliche Funktionen: Über einen Mieterservice können diese Kontakt zu ihrer Wohnungsverwaltung aufnehmen, um Mängel zu melden, Anliegen zu besprechen oder sich über das Quartier zu informieren. Interaktive Gesundheitsdienste sollen Informationen zum Thema Gesundheit liefern und die Möglichkeit bieten, im Krankheitsfall per Videokonferenz Kontakt zu einem Pflegedienst aufzunehmen. Kalenderfunktionen, wie z. B. die Erinnerung an die Einnahme von Medikamenten, sowie Kommunikationsangebote für virtuelle Treffen mit Freunden und Bekannten runden das Angebot ab. Fraunhofer FOKUS war im Rahmen des Projekts für die automatische Anpassung der Webseiten an verschiedene Endgeräte (TV, Smartphone, Tablet) und Benutzerfähigkeiten (z. B. Seheinschränkungen) zuständig. Dazu wurden zunächst spezielle SmartSenior-Templates erstellt, mit denen Web-Content im Standard CE-HTML (CEA-2014-A) in das Content Management System Typo3 integriert werden kann